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Hier, empfange meinen Segen, (er legt seine Hand auf Laertes Haupt) und diese wenigen Lebens-Regeln, womit ich ihn begleite, schreib in dein Gedächtnis ein. Gib deinen Gedanken keine Zunge, und wenn du je von unregelmässigen überrascht wirst, so hüte dich wenigstens, sie zu Handlungen zu machen: Sei gegen jedermann läutselig, ohne dich mit jemand gemein zu machen: Hast du bewährte Freunde gefunden, so hefte sie unzertrennlich an deine Seele; aber gib deine Freundschaft nicht jeder neu ausgebrüteten, unbefiederten Bekanntschaft preis. Hüte dich vor den Gelegenheiten zu Handeln; bist du aber einmal darin, so führe dich so auf, daß dein Gegner nicht hoffen könne, dich ungestraft zu beleidigen. Leih´ dein Ohr einem jeden, aber wenigen deinen Mund; nimm jedermanns Tadel an, aber dein Urteil halte zurück. Kleide dich so kostbar als es dein Beutel bezahlen kan, aber nicht phantastisch; reich, nicht komödiantisch: Denn der Anzug verrät oft den Mann, und in Frankreich pflegen Leute von Stand und Ansehen sich gleich dadurch anzukündigen, daß sie sich mit Geschmack und Anstand kleiden. Sei weder ein Leiher noch ein Borger; denn durch Leihen richtet man oft sich selbst und seinen Freund zu Grunde; und borgen untergräbt das Fundament einer guten Haushaltung. Vor allem, sei redlich gegen dich selbst, denn daraus folgt so notwendig als das Licht dem Tage, daß du es auch gegen jedermann sein wirst.
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