| Psycho- Tricks
(von Winfried - 28.6.2003 12:30) | |
| Hallo Rainer, > Dein psychologischer Ansatz ist mir bekannt, ich praktiziere ihn seit längerer Zeit selbst. Indem ich den Elektrosmog so gut wie möglich nicht beachte und davon ausgehe, dass er unschädlich ist, kann ich die Kopfschmerzen in Grenzen halten oder zeitweise sogar ganz vergessen. Trotzdem raubt mir der Aufenthalt an Orten mit starker elektromagnetischer Strahlung (niederfrequent und hochfrequent) sehr viel Energie, ich ermüde schnell. Ich sehe es auch als 2 verschiedene Sachen: 1. Aufmerksamkeit darauf zurückfahren, nicht mehr drüber nachdenken usw. ist eine Möglichkeit. Man macht sich sozusagen unsensibler dafür. Oder man blendet es aus. Diesen Effekt kennt man ja wunderbar bei Geräuschen. Man kann sich unheimlich aufregen und es als total störend empfinden, wenn ein Computerlüfter vor sich hinsäuselt. Andere wiederum nehmen nach ein paar Tagen das Geräusch nicht mehr wahr, blenden es sozusagen aus. Das dieses Geräusch, auch wenn man es ausblenden kann, trotzdem Stress produzieren kann, ist noch eine weitere Sache, die man getrennt betrachten muß. Einfach dann, wenn Dinge unabhängig von der Aufmerksamkeit auf uns einwirken. 2. Seinen Organismus dahingehend beeinflussen, dass er solche Einstrahlung gut verarbeiten bzw. sich gut schützen kann. Dies kann z.B. auch auf psychischer Ebene durch positive Leitgedanken geschehen. In der Krebstherapie tut man sowas auch. Aber bitte nicht damit verwechseln, eine einfach negative Sache schönzureden oder sich etwas negatives schön suggerieren. So könnte z.B. ein Raucher anfangen, sich zu suggerieren, der Rauch sei gut für seinen Körper. Das wird er dadurch nicht. Wohl kann man aber ein anderes Verhältnis zu Spinat bekommen, den man erst total ablehnte, wo einem sogar schlecht von wurde, man dann aber eine andere Einstellung fand und nun etwas ißt, was dem Körper tatsächlich gut tut. (Auch hier gibt es natürlich den Fall, dass es dem Körper tatsächlich nicht gut tut, weil man eine "Spinat-Allergie" hat.) > Sehr passend ist der Vergleich mit der Nierentransplantation: Vielleich ist es möglich, die Abstoßungsreaktion durch "geistige Arbeit" zu reduziern, aber die Chemie des Immunsystems auf diese Weise zu überlisten ist hingegen unmöglich. Genau, man muß gut unterscheiden: Ich meine nicht, etwas wirklich negatives schönzureden. Es geht eher um die Effekte, die sich auf psychischer Ebene abspielen oder die man auf psychischer Ebene beeinflussen kann. > So etwas wie eine dauerhafte Heilung gegen Mobilfunkstrahlung ist natürlich Unsinn, genau so wenig könnte man einen Menschen von anderen Umweltgiften/ Beeinträchtigungen "heilen" kann, irgendwann einmal werden Umweltbelastungen einfach zu viel und ein Mensch erkrankt, der eine früher, der andere später. Da habe ich eine andere Auffassung. Für mich gibt es noch keine konkreten Hinweise, dass Mobilfunkstrahlung in einer Intensität wie sie die meisten abbekommen, so wirkt, als wäre es wirklich eine krankmachende Kraft. Ich bin deshalb noch so offen auch irgendwann zu dem Schluß zu kommen, dass keine relevanten Beeinflussungen auf den menschlichen Körper vorhanden sind. Ich bin in beide Richtungen offen und solange ich keine konkreteren Hinweise habe, bleibe ich das auch. >Ich denke, wir alle haben uns zu sehr an unsere zerstörte Umwelt angepasst und sind dafür aber ab einem gewissen Alter ein Leben lang auf Ärzte angewiesen, die ständig neue Krankheiten kurieren müssen. Hier zeigt sich nochmal unserer unterschiedliche Auffassung: Du gehst davon aus, dass auf jeden Fall eine zerstörerische Wirkung von Mobilfunkstrahlung ausgeht und es kann dir dann nur darum gehen, über psychische Tricks den Schaden zu minimieren oder psychisch dagegen anzugehen. Für mich ist es überhaupt noch nicht klar, dass überhaupt eine zerströrerische Wirkung von Mobilfunkstrahlung ausgeht, ich schließe es aber nicht aus und bin vorsichtig. > Im Übrigen habe ich einigen aufgeschlossenen Mobilfunkbenutzern dazu geraten das Handy so selten wie möglich zu benutzen, nach kurzer Zeit erreichten diese Leuten einen deutlichen Zuwachs an Gesundheit und Lebensqualität (z.B. konnten seit langem wieder einmal durchschlafen). Genau bei solchen Dingen sehe ich immer eine große Gefahr, sich durch selektive Aufmerksamkeit und andere Mechanismen, selber Opfer einer Täuschung zu werden. Menschen sagen gerne, dass eine Nettigkeit deinerseits (=sie vor etwas zu warnen) etwas gebracht hat, egal ob das stimmt oder nicht. Das, was man hören will, wird immens verstärkt, weil man es sich besser merkt als Gegenteiliges. Gegenteiliges überhört man gar schnell mal. Fragen sind suggestiv in eine bestimmte Richtung gestellt, weil man ja was bestimmtes hören will. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich mich da oft selbst getäuscht habe. Es ist verdammt schwierig, hier diesen Fehler zu vermeiden. Es bedeutet für mich ein ständiges lernen und immer wieder mal die Erfahrung: Mist, hier habe ich mich selber mal wieder ausgetrickst. Man muß lernen, hier immer besser und damit objektiver zu werden. Jemand der behauptet, er könne das wunderbar und hätte damit keine Probleme - dem misstraue ich, weil es nicht meine Lebenserfahrung ist. Konkret nochmal: Bei mir fielen die Tests anders aus: Ich sagte verschiedenen Leuten aus meiner Bekanntschaft, sie sollen ihr DECT-Telefon nachts ausschalten und es vom Schreibtisch weiter weg stellen. Radiowecker vom Nachttisch wegstellen, keine elektrischen Geräte in die Nähe des Schlafplatzes. Bisher habe ich nicht einen Fall gehabt, wo mir jemand klar sagen konnte, ja jetzt schlafe ich besser, ja mir geht es jetzt besser. >Es ist ein Trugschluss zu glauben, Krankheit fängt erst dort an, wo der Schmerz unerträglich wird. Wer wirklich offen und aufgeschlossen ist, rate ich auch hier im Form mal 6 Wochen lang probeweise auf Handy und Schnurlostelefon ganz zu verzichten. Das ist ein guter Vorschlag. Und ich bin auch genau deiner Meinung, nicht erst zu schauen, was ist in mir in Unordnung, wenn unerträgliche Schmerzen losgehen. Es ist viel besser sich aktiv um Gesundheit und Ausgeglichenheit zu bemühen. Ein Gesundheitsmangagment anstatt ein Krankheitsmanagment. Ersteres ist aktiv, letzteres re-aktiv. viele Grüße Winfried | |