
| SAR-Wert: brauchbares Kriterium?
(von M. Hahn - 26.6.2003 9:53) | |
| Liebes Forum, angeregt durch den Beitrag zum SAR-Messkopf möchte ich hier einmal nach Argumenten fragen für die häufig vorgebrachte Behauptung, der nach Norm gemessene SAR-Wert eines Handys sei für die Praxis/den Verbraucher irrelevant. (Siehe Boykott Blauer Engel) Im o.g. Bericht heißt es (Zitat): "Der Hersteller gibt in der Bedienungsanleitung den maximalen SAR-Wert an. Dieser ist jedoch für die Praxis bedeutungslos, da das Telefonieren standortbezogen bei geringeren Werten, entsprechend der Vorgabe der dynamischen Leistungsregelung, erfolgt." Diese Argumentation überzeugt mich nicht - sie kommt mir etwas vor wie wenn man sagte "Der nach DIN gemessene Verbrauch eines Autos braucht Sie nicht zu interessieren, denn je nach Fahrgewohnheit und Verkehrslage weichen die Werte in der Praxis davon ab". Sicher: Der Vergleich hinkt, denn der DIN-Verbrauch eines Autos wird nicht bei Höchstgeschwindigkeit ermittelt. Aber angenommen er wäre so definiert, dann wäre er doch immer noch zumindest als relatives Vergleichsmaß brauchbar - oder? Also: Ist der NORM-SAR-Wert nicht dennoch ein brauchbarer Vergleichswert für Handybauarten untereinander? Ist es nicht DOCH so, dass bei ansonstem gleichem Umfeld (Trageweise, Funkfeldbedingungen) ein Handy mit größerem NORM-SAR dann tendenziell AUCH in der Praxis eine größere SAR im Kopf des Benutzers erzeugt als eines mit geringerem NORM-SAR? Unterschiedliche Praxisbedingungen, die sich dann letztlich über alles wieder "rauskürzen", können doch nicht Bestandteil einer Mess-Norm sein. Ich meine, es ist nicht richtig, mit dem Argument der unterschiedlichen Praxisbedingungen gegen den SAR-Wert als Expositions-Vergleichs-Kriterium zu argumentieren. Solange man nur klar sagt, dass der angegebene Wert in der Praxis fast immer unterschritten wird. Wer mir einen technischen Grund nennt, warum meine einfache Plausibilitätsbetrachtung dann doch nicht richtig ist, dem wäre ich sehr dankbar. M.H. P.S.: Dass die Handyhersteller den SAR boykottieren, weil sie verhindern wollen, dass ein Wert unter Grenzwert irgendeine "amtliche Bedeutung" erlangt, könnte ich rational sogar nachvollziehen. Beim momentanen Diskussionsstand würde der Blaue-Engel-Wert sicher sofort als Grenze des Gefährlichen kommuniziert, statt korrekterweise einfach nur als Spitzenbereich des technisch Machbaren. Aber das ist natürlich ein sachfremdes, weil nicht-technisches Argument. | |
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