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Wieviel Sicherheit durch wissenschaftliche Forschung? (von Winfried - 3.7.2003 18:22)
Hallo,

ich finde die Frage wichtig, wieviel Sicherheit kann uns die Wissenschaft eigentlich geben, wenn es um die Bewertung des Risikos Elektrosmog geht?

Ich meine damit, wir suchen nach Sicherheit. Wir wollen irgendwie Antworten, dass das, was wir tun, auch wirklich niemanden schädigt, auch keine Langzeitwirkungen. Und auch nicht kranke Menschen und nach Möglichkeiten auch keine Tiere und Pflanzen.

Das allgemeine Bild über die Wissenschaft ist, dass sie uns dort eine große Sicherheit geben kann, weil die Methoden, die sie anwendet sehr sicher ein Risiko ausschließen.

Ich glaube, dass das in mancherlei Hinsicht gut gelingt. Und zwar dann, wenn ich genau umschreiben kann, welchen Zusammenhang ich beweisen oder widerlegen will.

Ich kann mit sehr großer Sicherheit z.B. nachweisen, dass eine Netzleitung neben dem Kopf innerhalb von 30 Minuten keine akuten Kopfschmerzen aulöst.

Ich kann aber mit Wissenschaft keine Wirkungen nachweisen, wenn ich noch nichtmal die Zusammenhänge verstanden habe oder zumindest vermute. Ich kann nur dorthin forschen, wo ich Ideen und Vermutungen habe. Ich fange z.B. erst dann an, zeitversetzte Reaktionen zu betrachten, wenn mir die Idee oder Ahnung gekommen ist, es könne sowas geben. Zuvor ist meine Idee, Ursache Wirkung hängen zeitlich direkt zusammen. Ich fange erst an, über gepulste Strahlung nachzudenken, wenn ich die Idee entwickle, sowas könne anders wirken als ungepulste. Ich fange erst an, mit bestimmten Frequenzmustern zu testen, wenn ich eine Vermutung habe, das bestimmte Frequenzmuster einen besonderen Einfluss auf den Menschen haben (z.B. Resonanztheorie).

Beim Thema Elektrosmog sind die Zusammenhänge keineswegs trivial. Sie sind vielleicht in einer Art, von der wir noch nicht mal was ahnen. Und es handelt sich ja auch oft um die Diskussion von Langzeitschäden oder Langzeitbeeinflussungen. Solche Dinge sind wissenschaftlich sowieso schwer kurzfristig zu erforschen.

Wissenschaft ist m.E. nur sehr begrenzt in der Lage, uns hier Sicherheit zu geben. Was nützt es, wenn ich eine Sache genau nachweisen und entkräften kann, wenn 1000 weitere Wirkmechanismen noch unerforscht sind. Dann nützt mir auch eine hundertprozentige Aussage nichts. Das wäre ungefähr genauso, als ob ich sage: "Ich kann dir mit 100 prozentiger Sicherheit sagen, dass dieser Baum dich niemals schlagen wird. Wir haben das im Labor bestätigt. Ein Baum hat niemals jemanden geschlagen." Und dann werde ich irgendwann von einen Baum erschlagen, weil ein starker Wind wehte. Das wurde natürlich nicht im Labor getestet. Das Labor hat mir eine Schein-Sicherheit vermittelt bzw. suggeriert. Und das Labor sagt dann: "Das war nicht Forschungsgegenstand, uns ging es einzig darum, ob ein Baum Menschen schlägt. Wir beharren darauf, dass sowas nicht passieren wird."

Von daher glaube ich, dass wir dem Mittel Wissenschaft und Forschung viel zu viel Autorität beimessen. Sie kann uns nicht viel über bestimmte Risiken sagen, die mit Elektrosmog zusammenhängen. Sie kann uns nicht viel Sicherheit geben, wenn es um nicht triviale Zusammenhänge geht.

Die Wissenschaft hingt den Erfahrungen und Ahnungen der Menschen schon immer meilenweit hinterher. Dinge, die Menschen schon lange gefühlt und geahnt haben, werden heute wissenschaftlich bestätigt. Das ist gut so, dumm ist es aber, erst dann etwas ernst zu nehmen, wenn man es wissenschaftlich nachweisen kann. (Leider neige ich mitunter dazu und meine Lebensgefährtin, die etwas intuitiver ist, lacht sich dann immer kaputt, mit welchen neuen Erkenntnissen ich mal wieder ankomme.)

Vielleicht werden wir in 10 Jahren mal darüber lachen, wie dumm und naiv wir geglaubt haben, den Wirkmechanismen auf die Spur zu kommen. Mir ging es zumindest öfters so, nachdem ich mich in ein neues Fachgebiet eingearbeitet hatte. Zum Schluß habe ich drüber gelächelt, wie naiv meine Vorstellungen zu anfang waren, wie einfach ich gedacht hatte.

soweit

Winfried
Wieviel Sicherheit durch wissenschaftliche Forschung? (von Helmut am 3.7.2003, 19:25)
    Wieviel Sicherheit durch wissenschaftliche Forschung? (von elektrosmognews.de am 3.7.2003, 20:16)
        Schon wieder Werbung? (von helmut am 3.7.2003, 21:00)
            Schon wieder Werbung? Was soll's! (von RDW am 3.7.2003, 21:48)

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